Kirchenvorstand

Der neue Kirchenvorstand unserer Gemeinde

Berufung, Verantwortung und Dienst

Der Kirchenvorstand leitet unsere Kirchgemeinde und wacht darüber, dass wir unseren Auftrag wahrnehmen – nicht als bloße Administration, sondern als geistliches Amt. Diese sechs Frauen und Männer, berufen durch Wahl und durch den heiligen Geist, tragen Verantwortung dafür, dass wir als Gemeinde unsere Sendung erfüllen: dass wir das Evangelium Jesu Christi leben und bezeugen, im Dienst füreinander und für die Welt.

Das ist keine einsame Last. Es ist vielmehr ein Amt der Liebe – gegründet in dem Vertrauen, das Jesus seinen Jüngern zusagte: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen” (Matthäus 18,20).

Die Verantwortung: Glaube und Verwaltung

Der Kirchenvorstand trägt zwei große Verantwortungen, die unlösbar miteinander verflochten sind:

Gottesdienste & Gemeinschaft

Würdige und lebendig gestaltete Gottesdienste, Pflege von Gemeindeformen, ökumenische Offenheit vor Ort.

„Kommt, lasst uns anbeten und uns niederwerfen und knien vor dem Herrn, unserm Schöpfer” (Psalm 95,6)

Bildung & Weitergabe des Glaubens

Unterstützung von Kinder- und Jugendarbeit, christliche Unterweisung, Katechese und Glaubensförderung.

„Und die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist” (2. Timotheus 4,22)

Dienst an Anderen (Diakonie)

Diakonische Arbeit, Seelsorge in Not, situationsgerechte Formen der Hilfe.

„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan” (Matthäus 25,40)

Kirchenmusik & Künstlerische Gestaltung

Förderung von Musik und künstlerischer Ausdrucksformen in der Gemeinde.

„Singet dem Herrn ein neues Lied, seine Gemeinde singe seinem Ruhm!” (Psalm 149,1)

Verwaltung & Steuerschaft

Finanzmanagement, Gebäude und Vermögen, Personalverantwortung, Ortsgesetze.

„Jeder verwalte die Gabe, die er empfangen hat, als ein treuer Verwalter der mancherlei Gnade Gottes” (1. Petrus 4,10)

Die Doppelheit des Auftrags

Der Kirchenvorstand ist nicht nur Verwalter. Er ist Hüter des inneren Lebens (Schutzwächter über dem Evangelium, den Gottesdiensten und dem Glauben). Zugleich ist er treuhänderisch Verantwortliche (für Geld, Gebäude, Personal, rechtliche Ordnung). Wie es heißt: Gott liebt die Ordnung. „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens” (1. Kor 14,33). Beide Seiten – das Innere und das Äußere – sind zwei Seiten einer Münze.

Unsere sechs Kirchenvorstehenden

Jeder Mensch, der in den Kirchenvorstand gewählt wird, wird nicht nur vom Wahlzettel berufen. Es ist eine Berufung – ein Ruf Gottes, diesen Dienst in dieser Zeit und an diesem Ort zu tun. Hier sind die sechs neu gewählten Kirchvorsteherinnen und Kirchvorsteher in alphabetischer Reihenfolge:

Angela Hensche Konrad Hermsdorf Steffi Lange Elke Mann Benjamin Quellmalz Heiko Zschernig

Wie arbeitet der Kirchenvorstand?

Der Kirchenvorstand ist nicht isoliert. Seine Arbeit ist kooperativ und eingebunden:

  • Enge Zusammenarbeit mit den Pfarrern/Pfarrerinnen und dem pfarramtlichen Dienst.
  • Regelmäßiger Austausch mit den Mitarbeitenden der Gemeinde (Organist/in, Kantor/in, Diakon/in, Gemeindepädagoge/in, Sekretär/in).
  • Offenheit für Beratung: Bisherige Vorstandsmitglieder und erfahrene Gemeindeglieder können bei wichtigen Fragen hinzugezogen werden.
  • Entscheidungen im Konsens: Der Kirchenvorstand trifft Entscheidungen gemeinschaftlich, mit Bedacht und im Bewusstsein, dass wir alle dem Wort Gottes unterworfen sind.

Dies unterstreicht ein Grundprinzip unserer Gemeinde: Es geht nicht um die Macht einzelner, sondern um den Dienst aller. Wie Luther es nannte – die „Priestertum aller Gläubigen”: Jeder Getaufte hat Anteil an Jesu Priesteramt, und jeder trägt Mitverantwortung für die Gemeinde.

Warum ist diese Arbeit so wichtig?

1
Sie pflegen das Herz der Gemeinde

Ohne einen Kirchenvorstand, der bewusst auf die geistliche Substanz achtet, verfällt eine Gemeinde. Die Vorstehenden sorgen dafür, dass Gottesdienste nicht zur Routine werden, dass Kinder im Glauben wachsen, dass Gemeinschaft nicht zerfällt.

2
Sie bewahren das Evangelium für die Zukunft

Eine Gemeinde lebt von Generation zu Generation. Der Kirchenvorstand trägt dafür Sorge, dass das Gedächtnis der Kirche weitergegeben wird – dass wir nicht vergessen, wer wir sind und wem wir dienen.

3
Sie zeigen, dass Kirche praktisch ist

Der Glaube braucht Orte: würdige Kirchen, gepflegte Friedhöfe, ein solides Finanzwesen, gute Mitarbeitende. Der Kirchenvorstand sorgt dafür, dass das Evangelium nicht nur gepredigt, sondern gelebt werden kann.

4
Sie sind Anwälte der Schwachen

In einem Kirchenvorstand, der sich seiner diakonischen Aufgaben bewusst ist, bekommen die Armen, die Einsamen, die Fragenden eine Stimme. Es geht nicht nur um Erhalt, sondern um Erneuerung im Dienst.

Unsere Verantwortung in der Landeskirche

Unser Kirchenvorstand arbeitet in der Verantwortung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Das bedeutet: Wir sind nicht isoliert, sondern Teil einer größeren kirchlichen Familie. Gleichzeitig gestalten wir das kirchliche Leben unserer Gemeinde eigenverantwortlich. Diese Spannung zwischen Bindung und Freiheit, zwischen Tradition und Erneuerung, ist typisch für die evangelisch-lutherische Kirche.

Wie können Sie sich einbringen?

Sie müssen nicht im Kirchenvorstand sein, um die Arbeit dieser sechs Menschen zu unterstützen:

  • Bete für den Kirchenvorstand – in der Gemeinde, in deiner Familie, in deinem stillen Gebet. „Bittet für die Obrigkeit” (1. Timotheus 2,2).
  • Komme zu Gemeindeversammlungen – informiere dich, stelle Fragen, bringe Vorschläge ein. Die Gemeinde trägt Mitverantwortung.
  • Engagiere dich ehrenamtlich – als Organist/in, in der Kinder- oder Jugendarbeit, in der Diakonie, in der Kirchenmusik, bei Gemeindeveranstaltungen.
  • Begegne den Vorstehenden mit Respekt und Erkenntlichkeit – aber auch mit kritischem Blick. Sie sind Menschen, keine Heiligen.
  • Sprich die Vorstehenden an, wenn du Anliegen hast. Kirchenvorsteher sind da, um zu dienen, aber auch um zu hören.

Zum Abschluss: Ein Segen

Diesen sechs Frauen und Männern sprechen wir Dank und Segen zu – für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu tragen. Und wir erinnern uns gemeinsam an Gottes Zusage:

Der Herr behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

4. Mose 6,24–26 · Gott segne den Kirchenvorstand unserer Gemeinde – und segne uns alle.

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