Johanniskirche Rußdorf

Unsere Kirchen · Rußdorf

Johanniskirche Rußdorf

Eine barocke Dorfkirche mit reicher Innenausstattung, einer bewegten Geschichte und einer besonderen Verbindung von Kunst, Musik und Gemeindeleben.

Ortsteil ca. 1.820 Einwohner
Fläche ca. 470 Hektar
Kirchgemeinde ca. 440 Mitglieder
Kirchweih 30. August 1734
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Wissenswertes zum Ortsteil Rußdorf

In Rußdorf leben auf einer Fläche von etwa 470 Hektar rund 1.820 Einwohner. Zur Kirchgemeinde zählen zurzeit etwa 440 Mitglieder.

Rußdorf ging ursprünglich aus einem Waldhufendorf hervor. Im Jahr 1335 wurde „Rudelsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. 1457 kam Rußdorf zu Altenburg und wurde nach dem Ersten Weltkrieg zu einer thüringischen Exklave.

Diese besondere Lage erschwerte den Verkehr zwischen Rußdorf und den sächsischen Nachbarorten erheblich: An einem Einnehmerhäuschen zwang ein Schlagbaum jeden Durchfahrenden zum Halten, und es wurde eine Art Zollabgabe erhoben.

1928 endete diese kuriose Sonderrolle. Durch einen Staatsvertrag gehörte Rußdorf wieder zum Land Sachsen. 1935 wurde Rußdorf nach Oberfrohna eingemeindet und gehört seit 1950 zur Stadt Limbach-Oberfrohna.

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Die Johanniskirche

Johanniskirche Rußdorf von außen
Johanniskirche Rußdorf

Die heutige Johanniskirche in Rußdorf steht auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Vorgängerbaus. Ältere Chroniken berichten von einem „kleinen gewölbten Kirchlein“, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts baufällig geworden war.

Ungeachtet der damit verbundenen Kosten entschied man sich für einen vollständigen Neubau. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde am 30. August 1734 das Kirchweihfest gefeiert.

Besucher der Johanniskirche sind immer wieder beeindruckt von dieser schönen barocken Dorfkirche. Der schlichte und sparsam dekorierte Außeneindruck lässt kaum erahnen, welch reiches und stilvolles Inneres sich dahinter verbirgt.

Trotz der weitgehenden Ausnutzung des vorhandenen Raumes prägt eine besondere Harmonie das Raumerlebnis. Von 1985 bis 1997 wurde die Kirche mit viel Liebe zum Detail innen und außen sachgerecht restauriert. Seither ist sie wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit zu bewundern.

Altarraum

Altar und Kanzel

Den gestalterischen Höhepunkt bildet der Altarbereich. Auf dem Altartisch stehen beiderseits der Kanzel die Holzfiguren des Mose mit den Gesetzestafeln und des Evangelisten Johannes mit dem Kelch.

Spätbarock

Die vier Evangelisten

Am spätbarocken Kanzelkorb finden sich figürliche Darstellungen der vier Evangelisten.

Bildhauerkunst

Werkstatt Irmischer

Altar, Kanzel und Taufstein stammen aus der Werkstatt des Zwickauer Bildhauers Irmischer.

Emporen

Kunstvolle Ausmalung

Schmuckgirlanden und reiche Verzierungen prägen die Emporen. Ihre Kaseinmalereien zeigen allegorische Darstellungen von Psalmworten.

Die Ausmalung der Emporenbrüstungen wurde vom Hofmaler Johann Heinrich Schildbach aus Eisenberg ausgeführt.

Die Orgel

Ungewöhnlich ist der Standort der Orgel im Hintergrund des Altarbereiches. Diese sonst selten anzutreffende Position im Osten wurde von George Bähr, dem Erbauer der Dresdner Frauenkirche, eingeführt.

Aus Kostengründen erhielt die Rußdorfer Kirche erst 1825 eine Orgel. Die Firma Hesse aus Lunzenau baute eine mechanische Orgel mit zwei Manualen und 25 klingenden Stimmen ein.

1945 erhielt die Kirche ihre zweite Orgel, die von der Firma Schmeißer aus Rochlitz eingebaut wurde. Neu war dabei das pneumatische Prinzip.

Zu Beginn der umfangreichen Restaurierungsarbeiten an der Johanniskirche wurde diese Orgel 1985 wieder ausgebaut. Eine restaurierte Schmeißer-Orgel wurde später vom Orgelbauer Reinhold aus Bernsdorf erneut in die Rußdorfer Kirche eingebaut und im Juni 1996 feierlich eingeweiht.

2011 Die drei Glocken wurden geschweißt und ein neuer Glockenstuhl eingebaut.
Neuer Glockenstuhl der Johanniskirche Rußdorf
Neuer Glockenstuhl der Johanniskirche Rußdorf

Die Amtsempore

Eine weitere Besonderheit befindet sich gegenüber dem Altar: die Amtsempore. Sie war dem Amtsrichter Sebastian und seiner Familie vorbehalten.

Oberhalb dieser Loge befinden sich in den Ecken zwei Holzplastiken: Justitia als Sinnbild der Gerechtigkeit und Athene als Symbol der Weisheit. Beide verkörpern Eigenschaften, die dem Amtsrichter beziehungsweise den weltlichen Herrschern zugeschrieben wurden.

Im Mittelteil der Brüstung befindet sich ein Meißnisches Doppelwappen, das von Engeln gerahmt wird.

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Selbstständige Kirchgemeinde

Rußdorf ist seit 1869 eine selbstständige Kirchgemeinde. Seit dieser Zeit waren beziehungsweise sind folgende Pfarrerinnen und Pfarrer hier tätig:

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Julius Robert Trautloff 1869–1874
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Ernst Hermann Schulters 1874–1881
03
Franz Eduard Schröder 1881–1886
04
Johann Hugo Gotthold Strümpfel 1886–1893
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Bruno Richard Kirmse 1893–1931
06
Paul Treibert 1931–1935
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Gotthard Bitterlich 1935–1954
08
Hans Schachschal 1954–1977
09
Reinhard Schnabl 1980–2015
10
Markus Franz 2015–2018
11
Christiane Zitzkat ab 2020